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Wir sind Laura & Tom! Vanlifer, Globetrotter, Storyteller. Draußen zuhause, süchtig nach Freiheit, krass ins Leben verliebt – AdVANture Lovers! Unser Blog geht an alle Camper und Reisende, Aussteiger und Glücksucher, Naturfreunde und Lebensgenießer. Reise mit uns und lies Dich glücklich!

On the Road in Spanien
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Vanlife im Großstadt-Dschungel // 5 Tipps für City-Trips mit dem Campervan

 

Tom und ich sind eigentlich Stadtkinder: wir lieben ausgehen, Konzerte, Feste, unter Leuten sein und schöne Altstädte. Neue Cities zu erkunden macht Fun, bringt Abwechslung in den Reisealltag und mehr Möglichkeiten, Locals, die Kultur, das Nightlife und neues Essen kennenzulernen. ABER: Mit dem Van kann das schnell zur Riesenherausforderung für Bus, Fahrer und Co-Pilot werden! Unser Fiat Ducato ist 6m lang und 2m breit – dafür sind kleine, schmale Gässchen, aber auch dichte mehrspurige Strassenführungen besonders in südeuropäischen Städten einfach nicht ausgelegt. Wir fahren manchmal mit drei Navigationssystemen und trotzdem hin und wieder mitten in eine Baustelle, müssen über Umleitungen oder landen in Einbahnstrassen. Manchmal gar nicht auf Karten verzeichnet sind kurze Tunnel mit 2,30m Höhenbegrenzung – wir sind 2,65m hoch. Oder kleine Brücken, ausgelegt für 2,5t – wir (also der Bus) wiegen stolze 3,5 Tonnen! Da steht man dann sprichwörtlich wie der „Ochs vorm Berg“, startet schweißtreibende Wendemanöver, verflucht hupende Hinterfahrer und eng vorbei zischende Mopeds und fragt sich still und heimlich, was eigentlich gegen eine Backpacking-Reise spricht.

Von Nizza bis Lissabon

Auf unserer Route entlang Europas Mittelmeer- und Atlantikküste lagen und liegen noch einige Stadtschönheiten und coole Metropolen von Nizza über Barcelona bis Lissabon auf unserer to-see-list. Die Kurzfassung unserer Citytrips – was ihrer Vanlife-Verträglichkeit betrifft – sieht bisher so aus: Nizza haben wir nach zwei Stunden Suche nach einem Parkplatz, der eine mehr als ein Meter breite Zufahrtsstrasse hat, aufgegeben und sind weitergefahren. Der Stadtcampingplatz in Cassis war leider keinen Cent wert, in Lissabon müssten sie einem eigentlich Geld bezahlen, dass man dort übernachtet. Barcelona haben wir gleich umfahren, weil wir keinen sicheren Parkplatz gefunden haben und das Netz voll ist von Horror-Stories über aufgebrochene Vans. In Valencia haben wir ein paar Tage direkt neben dem Beach parken können, der Sandplatz war aber leider auch die öffentliche Hunde-Toilette. In Cadíz schliefen wir neben der vierspurigen Autobahn, in Ronda neben dem örtlichen Jugend-Ghetto. Und in Sevilla parkten wir zwischen zig Sattelschleppern auf einem Auto-Verladeplatz direkt neben dem Frachthafen (beiderseits wurde 24/7 gearbeitet).

Home is (not always) where you park it

Parken in Städten heißt einfach parken – nicht campen und schon gar nicht wohnen! Man muss sich damit abfinden, dass der Lärmpegel höher, die Menschenmenge dichter, die Parklücken kleiner und die Aussicht bescheiden ist.  Auch klar: jegliches „campingartige Verhalten“ wie das Aufspannen von Markisen, das Aufbauen von Tisch und Stühlen oder das Lüften der Bettwäsche ist am Straßenrand nicht nur unhöflich bis nicht möglich, sondern auch schlicht verboten (unser Basilikum Herbert darf trotzdem manchmal vor die Tür in die Sonne!). Am besten und sichersten ist es, hier dein Vanlife hinter verschlossenen Schiebetüren zu halten. Das schützt vor Zoo-Atmosphäre (natürlich will jeder mal reinschauen, würden wir ja auch tun) und – so hoffen wir – lässt eventuell Autoknacker im Unklaren, was und wieviel bei dir zu holen ist. Natürlich leben auch wir lieber aus dem Van, statt eingesperrt innendrin. Aber mit durchgehender Stehhöhe und immer fixem Bett, Küche und Sitzgelegenheit ist das im Ducato auch mal möglich. Mehr Privatsphäre leidet wohl bei kleineren Campern, bei denen erst umgeräumt und umgebaut werden muss. Hier würden wir zumindest schon mal vorab checken, wie weit das nächste Café weg ist und den Gaskocher lassen wo er ist.     

Unsere Lust auf Städttrips hat die meist schlechte Stellplatz-Situation noch nicht gekillt, und viele grandiose Citytrips haben selbst die miesesten Parkplätze wieder rausgerissen. Jedoch ist unsere Auswahl, welche Großstädte wir mit dem Van ansteuern, definitiv kleiner geworden und die Lernkurve, wie wir diese ansteuern, extrem angestiegen. Hier unsere besten Tipps, wie Du dich am besten mit dem Van durch den Großstadtdschungel schlägst:

1. Vorbereitung Ist Alles

Wir lassen uns immer und überall gerne treiben, lesen uns meist wenig in unsere kommenden Ziele ein und recherchieren lieber nach dem Sightseeing noch einmal, was uns interessiert oder besonders gute gefallen hat. Bei City-Stellplätzen ist das was anderes. Hier bedeutet unvorbereitet drauf losfahren Stress pur, schlechte Laune und hat noch nie gute Ergebnisse gebracht. Also Karte raus (welche Tools wir für die Stellplatzsuche nutzen, erfährst du hier) und erstmal die Lage checken, was die City an Parkplätzen so hergibt.

2. To-See-Liste

Hier gilt für die Parkplatzsuche das gleiche wie für die Hotelsuche. Die schönste Unterkunft nutzt bei Städtetrips meist wenig, wenn sie meilenweit entfernt ist, von allem, was Du besichtigen willst. Überlegt man sich das erst im Hotel oder am Parkplatz, stellt man oft fest, dass die supertolle Location eben nicht nahe dem hippen Szeneviertel, sondern am Ende der Stadt liegt. Vorteil für Vanlifer: Unser Hostel on wheels ist schnell umgeparkt. So kann es bei mehrtägigen Aufenthalten in ganz großen Städten auch sinnvoll sein, sich zwei Parkmöglichkeiten rauszusuchen, je nachdem, was du wo erleben willst.

3. Check out Bikes, Busses & your Boots

Direkt vor dem historischen Ortskern seine Zelte aufzuschlagen, klappt fast nirgendwo. Die meisten Parkmöglichkeiten liegen etwas außerhalb und Du solltest vorab mal checken, wie Du von dort am besten in die Innenstadt gelangst. Wir reisen mit unseren zwei Fahrrädern – die allerbeste Entscheidung in unserer Vanlifeplanung! Mit Bikes große Städte zu erkunden macht viel Spass, spart Zeit und wund gelaufenen Füße. Wir schauen deshalb nach Stellplätzen, die bis zu 5km von den Altstädten entfernt liegen. Das kann man bequem hin und zurück radeln. Falls du ohne Bike unterwegs bist: Es gibt richtig tolle fahradfreundliche Städte wie z.B. Valencia und Sevilla, wo du dir an fast jeder Ecke ein Bike für wenig Geld ausleihen kannst. Findest du ansonsten Stellplätze mit kleinerer Entfernung zum Ortskern, kannst du meist auch zu Fuß gehen. Bist Du weiter entfernt, gibt es sicherlich öffentliche Verkehrsmittel. Auch hier gilt Tipp 1: Vorbereitung ist die halbe Miete und schont die Nerven!

4. Auf andere hören – Navis zum Beispiel!

Es gibt ja Autofahrer (nicht so viele Fahrerinnen), deren Ego es einschränkt, wenn ihnen eine weibliche Stimme aus ihrem Fahrzeug, sagt, wie und wohin sie am besten fahren sollen. Auch denen raten wir dennoch: Schaltet euer Navi ein (auch GoogleMaps spricht mittlerweile mit euch)! Mit einem Van, in dessen toten Winkel schon mal gerne der ein oder andere Mopedfahrer spurlos verschwindet, durch enge Strassen in der Rushhour zu kurven und gleichzeitig auf dem Handy rumfummeln, weil die Anzeige gerade nicht passt, oder mit dem Beifahrer über die Abzweigung streiten, ist gefährlich für alle Beteiligten! Parkplatz raussuchen, einspeichern, Route starten und aufs Wesentliche konzentrieren – Fahren!

5. Safety first

Die Angst, vom Sightseeing zurück zu kommen und den Van mit zerschlagenen Scheiben – oder noch schlimmer: gar keinen Van mehr – vorzufinden, sitzt wohl ein bisschen in jedem von uns Vanlifer und ist in Großstädten auch berechtigter als sonstwo. Vorweg: 100% Sicherheit für den Van gibt es nicht und ist auch ein (Blog-)Thema für sich. Aber schon mit ein paar Vorkehrungen können wir unsere Sorge um das Fahrzeug etwas erleichtern. Noch am sichersten sind natürlich 24h-bewachte Parkplätze, die dann auch meistens kostenpflichtig sind, dafür aber auch öfter mal Entleerungsmöglichkeiten oder Frischwasser anbieten. Bei öffentlichen Parkplätzen vorher mal Bewertungen im Internet und vor Ort die Umgebung checken: Stehen hier schon mehrere Camper, ist der Platz beleuchtet und gut einsehbar? Immer verdächtig sind haufenweise grünblaue Autoglasscherben auf dem Boden – das heißt, hier mussten schon ein paar Autofenster dran glauben. Auch ist es sinnvoll, seine Wertsachen und Pässe mitzunehmen, dann muss im Ernstfall schon nur die Scheibe ersetzt werden. Dass gleich der ganze Van geklaut wird, ist noch am unwahrscheinlichsten, bei uns aber durch eine simple Lenkradsperre so gut wie unmöglich. Sicher ist sicher…

Wir wünschen ein dickes Nervenkostüm und unvergessliche City-Vibes auf Eurem Roadtrip mit dem Van!

 

Über kuriose Stellplatzerfahrungen oder auf tolle Parktipps für die ein oder andere coole Metropole freuen wir uns in den Kommentaren!

 

Comments

  • Martin
    August 4, 2018

    Danke – für die Dschungeltipps:-) aus der Praxis für die Praxis. In euren Texten gefällt mir vor allem eure Offenheit und Selbstreflektion. Als Lieferant meiner regelmäßigen Inspirationsdosis kann ich euch guten Herzens weiterempfehlen!

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  • Sophie und Robert
    August 12, 2018

    Hallo Tom & Laura

    van-tastischer Bericht. Zum Thema Parken: etwas einzukaufen gibt es bei einer Wohnmobilreise immer und wenn man dann eh schon den Supermarkt ansteuert, kann man auch gleich dort parken. Viele Supermärkte und Malls haben extra Parkflächen für Wohnmobile eingerichtet. Manche bieten teils erweiterte Parkmöglichkeiten. Wichtig: immer fragen, um Ärger zu vermeiden. Möglicherweise stellt sich bei der Nachfrage sogar raus, dass man auf dem Parkplatz übernachten darf. Wenn man für die Nacht keine anderen Ansprüche hat kann das eine günstige Lösung sein. Und selbstverständlich sauber hinterlassen! Wir selbst haben in 36 Jahren 77 Länder per Wohnmobil bereist und mußten leider die immer weiter zunehmende Vermüllung unserer Umwelt hautnah miterleben. Damals gab es noch kein Social Media – man schrieb Tagebücher und Postkarten! Wären wir in der heutigen Zeit unterwegs, wären wir wohl Globetrotter und zugleich Umweltaktivisten geworden. Beides lässt sich ja heutzutage durch die neuen Medien sehr gut kommunizieren. Leider findet man in unseren Tagen zuwenig Blogger und Youtuber, welche sich dieser Thematik beherzt annehmen! Noch viele schöne Momente auf euren Reisen wünschen euch Sophie und Robert

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